Kontroverse Gedanken Thema Achtsamkeit, Respekt und Heilung und ein Erlebnisbericht zum Seminar von Andro Rothe, „Bewegung in der Tantramassage“

 


Vornweg, sorry... Das ich so viel Schreibe zu dem Thema.

Aber das Erlebnis dieses Seminars ist für mich die Spitze eines Eisberges und löst mit seinem schmelzen eine ganze Flutwelle jahrelang in mir angesammelter Gedanken und Gefühle aus...

 



Auch wenn es vielleicht mühsam ist, sich da durchzuackern, glaube ich doch, das es sich für viele Menschen und befreundete Tantriker lohnen wird. Meine letzte Gedankenauschüttung zum Thema „anfassen“ und „berühren“, den ich ebenso spontan wie diesen geschrieben habe hat bei vielen Menschen einiges ausgelöst und ich bin neugierig, was mit dieser spontanen Aktion passieren wird.

Ich muß gestehen, das ich seit einigen Jahren eine Art Tantrakurs-Allergie habe. Und das das Tantramasseurin, kicher...

Es ist mir im laufe der Jahre immer wieder passiert, das ich Sachen gesehen habe in Jahrestrainigs, Kursen usw die ich nicht achtsam und respektvoll fand und als viel zu wenig psychologisch fundiert begleitet. Da ich meine ersten prägenden Tantra-Erfahrungen mit meiner spirituellen Lehrerin oder Begleiterin Dhyani Maria Kovar gemacht habe, war ich wohl in Punkto Achtsamkeit und tiefen Respekt sowohl wirklich transzendierender Erfahrung etwas verwöhnt.

Was ich dann auf einigen anderen Tantrakursen erlebte, kam an diese Erfahrungen einfach nicht ran. Ich sah jede Menge traumatisierter Menschen, die nicht also solche erkannt wurden, und über ihre Grenzen gepuscht wurden. Sich dann noch schlecht fühlten, weil sie es nicht annehmen konnten. Ich sah Retraumatisierungen, massive Grenzüberschreitungen bei denen nicht eingegriffen wurde bis hin zu Kundali-Erlebnissen, die nicht begleitet und betreut wurden und nach denen derjenige für Monate Psychiatrie verschwand.

Ich habe immer wieder beobachten müssen, das vielen Lehrern nicht ganz klar war, mit was für heiklen Themen und Energien sie eigentlich hantieren und ich konnte das nur schwer verstehen. Ich bin relativ feinsinnig und bekomme oft ganz gut mit, wo jemand gerade in seiner Entwicklung steht. Mich hat vieles schon vom Zuschauen verletzt und mir war schnell klar, das kann so nicht stimmen.

Die andere Seite im Tantra waren für mich oft bedürftige Männer, die sich ihrer Rolle nicht klar waren, glaubten im Austausch was zu geben, haben aber oft energetisch was genommen. Da ich beruflich schon damit gearbeitet habe, hatte ich keine Lust auch in der Freizeit noch damit zu dealen. Auch da kann ich offensichtlich energetische Ausrichtungen und Muster ziemlich gut wahrnehmen, nicht unbedingt immer freiwillig. Ich habe mir oft gewünscht, ich könnte da gröber sein...

Ich musste drei mal die Erfahrung machen, das mich Massageaustausche, für Tage aus der Bahn geworfen haben, weil sie meine Energien quasi komplett durcheinander gewirbelt haben. Ich habe daraus meine Konsequenzen gezogen und achte sowohl in meinen Massage als auch in Massagekursen darauf, diese Themen auch wirklich weiter zu geben.

Der erste war ein falscher Geber, der mich beim Geben einer Massage energetisch quasi „leer gesaugt“ hat und ich war noch sehr unerfahren im Tantrischen Bereich. Ich habe also viel darüber gelernt, was auf der Ebene des Gebens und Nehmens passiert. Wo ist meine Aufmerksamkeit, meine Präsens in der Massage, wo bin ich, wo stehe ich in meiner Entwicklung. Bin ich eigentlich bedürftig oder in meiner Fülle wenn ich massiere? Bin ich wirklich ein hohles Bambusrohr durch das die Energie fließt oder ist das nur wieder so eine nette spirituelle Idee wie das absichtslose berühren? (dazu bald ein Extra-Artikel ;-)) Wo bin ich gerade, wo ist mein Flow oder der Flow zwischen uns beiden?

Die zweite war eine langjährige Masseurin, die ich zur Tantramassageprüfung hatte (ich habe über Jahre Tantramassageprüfungen bei Sinnes-art abgenommen) Ich habe mich energetisch nicht geschützt in dem Glauben einer erfahreneren Praktikerin gegenüber zu stehen. Die Dame hat es geschafft, mein geordnetes Energiesystem so in Chaos zu bringen, das ich für drei Tage regelrecht desorientiert, verwirrt und nicht ganz zurechnungsfähig war.

Das wiederum bewegte in mir die Frage, wie kann so etwas passieren? Was will ich eigentlich in der Massage? Wo will ich hin mit meinem Gast, was will ich erreichen, was passiert energetisch in so einer Massage ? Wie viel Macht habe ich über mich und meinen Gast wirklich?

In der Dritten hat der Masseur immer wieder versucht mich über meine Grenzen zu pushen und mich zu irgendetwas zu manipulieren , obwohl ich ihn extra gebeten hatte nicht therapeutisch zu arbeiten sondern ausnahmsweise mal nur auf der Wohlfühlebene, das ich meine inneren Batterien wieder ein wenig aufladen kann.

Er hat es sicherlich gut gemeint, aber er hat meine Ausrichtung als Gast nicht beachtet und respektiert sondern wie gewohnt einfach sein Ding gemacht. Vielleicht wollte er sich beweisen, was für ein guter Massagetherapeut er ist., what ever...

Selbst nach dem Einwand meinerseits, das er an mir vorbei massiert und ich mich nicht gesehen fühle hielt er nicht inne oder setzte Ruhepunkte, sondern „manipulierte“ meinen Körper fleißig weiter bis ich mich zum Abbruch genötigt fühlte. Er wollte kein Gespräch, keinen Austausch oder ein Feedback und ließ mich völlig verwirrt gehen. Das setzte ebenfalls tagelange Schmerzpunkt in mir frei, die er definitiv nicht begleitet hat. Aus dem letzteren zog ich den Schluss, mir genau anzugucken, was ist die Innere Ausrichtung des Gastes (und nicht die meine) und mir immer wieder klar zu machen, welcher Linie folge ich...

Grenzen und Widerstände sind für mich nicht zum überschreiten oder überpuschen da, . sie sind zu achten, zu respektieren, denn sie haben ihre Gründe, ihren Platz im System...

Wenn ich die Gründe kenne und achte kann sie auszudehnen helfen, erweitern lassen, muss dabei aber mit dem ganzen System arbeiten und nicht nur mit dem kleinen Ausschnitt. Dafür braucht es aber das Vertrauen des Gastes oder Klienten und nicht meine Idee von Heilung oder Hilfe...
und wie erlange ich das Vertrauen? Das kommt nicht von heute auf morgen, das braucht manchmal einige Sitzungen um weiter in die Intimität vorzudringen und es braucht die Einladung meines Gastes oder Klienten. Das gilt nicht nur für die Tantramassage, das gilt für mich für jede Körperarbeit...


Aber um so intimer ich arbeite um so achtsamer und vorsichtiger darf ich sein... Ich sollte die Körpersprache meines Klienten lesen können, auf seine Atmung achten, den Gesichtsausdruck usw. ich sollte zu 100% im Kontakt sein. Und wenn es mir nicht gelingt so präsent zu sein (wir sind alle fehlbar und menschlich) hilft es schon, sich darüber klar zu sein, das man gerade nicht klar ist.

Bei allen drei Massage-Erlebnissen hatte ich zum Glück gute psychologisch fundierte Freunde zur Seite, die mir halfen, das zu verarbeiten und zu verstehen was passiert ist und mir durch diese Bearbeitung meine eigene innere Ausrichtung klar zu machen..

Ich weiß, das bei mir da ein Trauma im Hintergrund wirkt, das mich in solchen Situationen Dissoziieren lässt. Aber ich bin über Jahre nicht wirklich ran gekommen, weil der innere Schutzmechanismus gern trickreich ist.

Vielleicht hat mir gerade heute die Bearbeitung dieses Seminars in meiner Therapie-Sitzung den letzten Schub der Bearbeitung gegeben und dann hat es für mich sicher auch was gutes und befreiendes.

Das wäre aber kein Grund, mir mit esoterischen Sprüchen danach das Seminar schön zu reden... denn ehrlich, wie viele traumatisierte Menschen sind gerade auch in Tantrakreisen unterwegs, auf der Suche nach sich selbst, nach Heilung oder Liebe...

Und wie viele haben davon wirklich diese fundierte psychologisch großartige Begleitung, wie ich sie habe...?

...und falls jetzt der eine oder andere schon auf der Tastatur ausholt um mir in seinem Kommentar ungefragt und gut gemeint seine Analysen zukommen zu lassen, Ratschläge zu erteilen, psychologische Tips zu geben oder mich gar zu heilen...

Nein danke, ich bin in besten Händen... 

Bewegung in der Massage... ich liebe sie...

Auf Grund der Idee eine Art Fesselmassage anzubieten lud Kati Laux (Sinnes-art) vor ca 8 Jahren Deutschlands bekanntesten Bondage-"Papst" Matthias T.J. Grimme zu einem Bondageworkshop ein. Davon mal abgesehen, das es die Fesselleidenschaft in mir entfachte war die Einführung und die Art wie Matthias und seine Partnerin Nicole durch das Seminar führten, für mich wegweisend. Es war das achtsamste und gleichzeitig unheiligste was ich bis dato erlebt hatte...und ich hatte schon einiges an Tantra genossen...

Auf seine etwas schnodderische und sehr witzige Art, fasste er für mich die Basics der respektvollen Begegnung so gut in Worte und erfahrbare Erlebnisse um, das ich damals dachte, da kann sich jeder Tantralehrer noch ne Scheibe anschneiden.... auch die Übungsessions und Vorführungen waren von diesem speziellen Flair geprägt. Es war sichtbar, das ein Flow in der Begegnung entstanden ist, eine Kommunikation der Körper, Herzen und Seelen, dabei humorvoll, deftig und verspielt. Es war viel Bewegung in der Session und auch der nehmende Part war nicht komplett passiv.

Also eigentlich das, was Andro versucht hat uns in dem Seminar Bewegung in der Massage zu vermitteln... Nur wesentlich achtsamer, spielerischer, sinnlicher und herzhafter... ein Tanz zwischen Herausforderung und Geborgenheit. Einengung und Grenzerweiterung, Meditation und Ekstase...

Selbst jetzt, nach 8 Jahren gemeinsamer Seminare, höre ich Matthias immer noch begeistert nickend zu und schmelze, wenn einer Bondagesassion beiwohnen darf oder selber gefesselt werde.

Viele Seminare, Festivals und Playgrounds (besonders lobend zu nennen die Schwelle7, Berlin) im Bereich Kunst, Tanz und BDSM haben diese positive Erfahrungswelt bestätigt und meine eigenen Kurse sehr stark beeinflusst.

Ein anderes wichtiges Element war für mich Wassershiatsu (kurz WATSU) und die Alternative an Land: Tantrashiatsu (TANZU) bei Gyan

Eine Fusion aus Bewegung, Atmung und Stille im körperwarmen Wasser und an Land... auch hier, Präsens und Kontakt... Da habe ich gelernt, mit der Atmung in Bewegung zu arbeiten, also wenn einen starken Bewegungsimpuls gebe, (ob Dehnung, Streckung, Drehung oder Zusammenfaltung ) immer auch wieder in das Gegenteil gehe und nach der Bewegung in einen Raum von Stille. Das gibt Raum für Vertiefung, Integration, Meditation und für mich auch von Erfüllung.

Bewegung = Ausdehnung, Kontakt nach Außen,...zum Anderen...einatmen

Stille = Kompression nach Innen, Kontakt zu sich selbst... ausatmen

Dieses Wechselspiel in Verbindung mit dem Atem ist für mich ein wesentliches Element im Tantra und logischerweise auch in der Tantramassage., um somit mal wieder den Bogen zum Seminar zu schließen. (Ich habe auch noch viele andere Massage und Körpertherapie-Ausbildungen gemacht, aber das waren für mich die prägendsten)

Als ich gesehen hatte, das dieses Seminar, „Tantramassage in Bewegung“ mit Andro, dem quasi Erfinder der Tantramassage angeboten wurde, bin ich als Bewegungs-Fetischist und Tänzerin neugierig geworden.

Ich hatte mir erhofft, das ich eventuell noch etwas dazulernen kann, wie zum Beispiel ein relativ kleiner und nicht besonders muskulöser Mensch wie ich eventuell noch Tricks und Möglichkeiten finden, Männer (die in meiner Praxis oft relativ steif sind und die Kontrolle über ihren Körper nur schwer abgeben können) auf einen leichteren Weg in die Bewegung bringen kann.

Nach dieser (sorry) etwas ausführlich geratenen Einführung über meinen persönlichen Tantramassage-Hintergrund möchte ich nun langsam zu meinem persönlichen Ein-Druck des Seminars übergehen.

Vorstellungsrunde: Schön fand ich die Einführungen Andros über die Geschichte der Tantramassage und wie sie bei ihm entstanden ist. Auch über die Auswüchse mit dem Tantramassageverband und dem Bemühen der eigentlich doch eher und freien intuitiven Massageform ein Korsett anzulegen. Dem stehe ich auch ein wenig kritisch gegenüber und ich hatte (obwohl ich Michaela Riedel sehr schätze) nie das Bedürfnis, dem Verband beizutreten. Was mir nach einiger Zeit allerdings auffiel, das Joseph Kramer und Annie Sprinkle als Initiatoren der Yoni und Lingammassge nicht mit einem Wort erwähnt wurden.Ich habe sehr viel Respekt vor ihrer Arbeit und Forschung und für mich ist im Gegensatz zur freieren Arbeit am ganzen Körper sowohl die Yoni- als auch die Lingammassage ein doch recht klares Element der Tantramassage, das auch nach 40 Jahren noch sehr auf ähnlichen Strukturen aufgebaut ist. Gute Qualität halt...

Auch kam schon ein wenig zum Ausdruck, was sich später für mich noch verdichten sollte. Ich konnte nicht so recht entnehmen, wo die Massage nach Andro eigentlich hin sollte. Ich habe es bis jetzt nicht ganz begriffen, was das Ziel sein sollte.

Es fühlte sich für mich schon ein wenig so an, das eher dem etwas alt68 Encounter-Weg, Befreiung durch „über die Grenzen gehen“ gehuldigt wurde, als der etwas neueren vorsichtigeren Variante „mit den Grenzen zu gehen“ oder „die Grenzen dabei sanft und beharrlich auszudehnen“, vielleicht auch mit einer guten Portion Ironie und Humor .

Ich arbeite definitiv viel lieber mit der letzteren Methode, da zwar langsamer ist, mir dafür aber wesentlich nachhaltiger und erfolgreicher erscheint. Zumindest in meiner Einzelarbeit, als auch in Gruppen.

Weiterhin viel mir sehr schnell negativ auf, das sowohl Andro, als auch die beiden Leiter des Massageinstitus das ihn eingeladen hatte, kein Wort über das Haus und funktionsweise, fallen lies, so das ich später einige auf der Suche nach Raucherplätzen umherirren sah.

Noch wurden den Themen Achtsamkeit, Respekt, Grenzen spüren und achten, Nein sagen lernen Aufmerksamkeit zu teil. Ich dachte erst vielleicht kommt das noch, aber es wurde nicht besser. Es wurde auch keinerlei Einladung gegeben mit persönlichen Themen, Prozessen die losgetreten werden usw zu ihnen zu kommen oder ihre Funktion als Assistenten erklärt. Es fühlte sich alles sehr chaotisch und haltlos an.

Da ich mit meinem Seminarteam „In-Team“ relativ regelmäßig andere Lehrer einlade und begleite, erschien mir das sehr seltsam. Sehen wir als Team uns doch in der Aufgabe mir mindestens 3 Leuten den Raum zu halten, dem Seminarleiter den Rücken frei zu halten und die Teilnehmer zu beobachten. Darauf zu achten, das auch angekommen ist, was erklärt wurde, gegebenenfalls mal etwas zu zeigen oder Hilfestellungen zu geben oder bei aufkommendem Unwohlsein zur Stelle zu sein und zumindest das Angebot einer Begleitung zu geben. Die andere Aufgabe von Assistenz sehe ich darin, für ungerade Zahlen der Teilnehmer, wenn jemand ausfällt oder absolut nicht mit dem übrig gebliebenen in die Session gehen möchte, zur Verfügung zu stehen.

Ich konnte dann später beobachten, das die beiden Assistenten, oder Leiter, die Andro eingeladen hatten beim mitmachen ihren Spaß hatten aber keineswegs mit der Aufmerksamkeit bei der Gruppe von immerhin ca 24-25 Teilnehmern waren, zumindest so meine Wahrnehmung.

Meist starten wir bei unserer Arbeit dann mit einer kleiner süßen Übung, in der jeder mal jedem mit einer oder mehrerer Berührungen begegnet und mit der sowohl die Unsicherheit ein bisschen schmilzt durch die Begegnung und Wahrnehmung eines jeden, als auch durch die Art der Anleitung und Wahrnehmung der Berührung die Berührungsqualität ein wenig geschult wird.

Überhaupt ist die Berührungsqualität in Verbindung mit Atmung, klarer Form von Berührung, Haltepunkten, feinen und kräftigen Strichen, die Körperhaltung bei der Tantramassage (für viele anfangs sehr mühsam) wesentliche Basics, die wir stetig wiederholen um sie wirklich tief einsinken zu lassen.

Von all dem habe ich nichts in dem Seminar wahrgenommen, es wurde eine Art Massageablauf in bestimmten aufeinander folgenden Schritten gezeigt und wiederholt. Kaum ein warum, wieso weshalb (also was bezwecke ich mit der einen oder anderen Übung) sondern für mich einen relativ geregelter Ablauf nachmachen. Geschweige denn ein wirkliches WIE.

Da ich sehr klein bin, war für mich z.B. der Beginn im Stehen mit einem großen Mann eher kontraproduktiv. Ich kann ihn weder halten noch gut führen, ich komme bei Gewichtsverlagerung des Mannes schnell aus dem Gleichgewicht und kann somit auch keine Sicherheit und keine tiefe Einladung vermitteln, sich fallen oder führen zu lassen, die Kontrolle abzugeben. Oft meinen es die Männer dann gut und wollen mir helfen, was aber wiederum kontraproduktiv ist.

Hier hätte ich mir gewünscht, das auch auf schwierigere Größenverhälnisse eingegangen wird oder sich nach 40 Jahren Erfahrung die eine oder andere Idee manifestiert hatte, mit der Situation umzugehen. Es gibt ja noch mehr kleine und zierliche Frauen die massieren, auch wenn ich ein besonders kleines Exemplar bin.

Ich persönlich bin in meinen Tantramassagen dazu übergegangen, meine Begrüßung im Sitzen zu machen und fahre sehr gut damit...

Auch die Etappen-Vorführungen hatten für mich kein Flair, ich konnte irgendwie keine Freude, keinen Spaß, keine wirkliche Berührung oder tiefen Kontakt in der vorgeführten Begegnung wahrnehmen und begann mich fast ein wenig zu langweilen. Da bin ich einfach besseres gewöhnt,...

Die Bewegungsübungen waren für mich jetzt nicht neu, und waren mir ein-zwei Übungssessions schon durch, aber durch meine Größe auch nicht ganz einfach.

Dann begannen wir, nach dem wir das Yin-Yang-Austreichungs-Systems verstanden hatten

(auch das schon etliche Male wesentlich besser erklärt bekommen) mit Puder auf dem Körper zu streichen in Verbindung mit der Bewegung. Ich nehme gerne Puder auch zum massieren, zumindest am Anfang, weil es nochmal ein anderes Gefühl von Kontakt vermittelt.

Während sich mit Öl zwar gut streichen läßt, ich aber immer das Gefühl habe, das das Öl ein Film zwischen Haut und Haut ist, gibt Puder das Gefühl der Verbindung stärker wieder. So zumindest meine persönliches Empfinden. Ich benutze Puder vor dem Öl, bei leichten Streichungen und super zärtlichen Berührungen, auch um mit meiner Haut oder meinen Brüsten sanft über die Haut des Empfängers zu streichen. Für tiefe Massagestriche empfinde ich Puder ungeeignet, noch dazu wenn viel Schweiß im Spiel ist. Es ruckelt und zuckelt auf der Haut und ich fand es nicht wirklich schön, weder bei der Vorführung, noch es zu machen oder zu bekommen.

Mein Massagepartner schwitzte so beim Geben, wie viele andere auch, da es sehr warm im Raum war. Da hätte ich mir mehr Flexibilität der Leitung auf die Situation gewünscht, mit ÖL fühlt sich das bei verschwitzter Haut immer noch besser an als mit Puder.. (ich muß gestehen, an dem Heizungsproblem hatte ich schuld, weil ich die Nachtausschaltung runter gesetzt hatte und dann nicht mit der ungewohnten Hitze gerechnet hatte.bei einer Fußbodenheizung dauert es etliche Stunden, bis die Heizung wieder runter fährt)

Körperlich eh schon ein sehr unangenehmes Gefühl von klitsch und klamm und stickig und fischig versuchte mein Massagepartner dann seine schwitzgen Beine noch unter meinen Körper zu schieben und die feuchte Haut fing an zu ziepen zu ziepen und zu zerren. So war es bei mir mit der Erotik, Freude, Sinnlichkeit usw ganz dahin. Einfach nur noch wwääääks...

Ich kam in eine Wut über die gesammelten Unannehmlichkeiten und Unachtsamkeiten seitens der Leitung. Ich zog mich in der Pause zurück und damit begann in mir ein Sturm von Emotionen bis hin zur Dissoziation.

Ich kenne diese Art Ausdruck meines Körpers und bin ihm mittlerweile sehr Verbunden. Auch wenn ich oft nicht weiß, was eigentlich los ist, auf der rationalen Erfahrung noch nichts erkennen kann und es dann nicht mehr einfach habe, aus diesem Gefühlschaos auszusteigen, kann ihn als absolutes Warnsingnal gut annehmen. Bis jetzt hat mir diese Art von Empfindung immer gezeigt, das etwas hier nicht stimmt, vielleicht was schlimmes passieren wird, sich zusammen braut oder mit Machtmissbrauch über Grenzen gegangen wird. Dieses Signal hat sich bis jetzt immer bestätigt, auch wenn ich diese Unstimmigkeit meist lange vor anderen wahrnehme, es hat mir auch schon das Leben gerettet. Ich bin diesem Schutzmechanismus in mir sehr dankbar, auch wenn ich jetzt erst mühsam lerne, ihn zu händeln.

Ich beschloss aus dem Seminar auszusteigen, weil das negative Erleben deutlich dem positiven Lerneffekt überschritt. Allerdings hatte ich noch keinerlei Worte oder Formulierungen parat, das auszudrücken und so bat ich eine Kollegin, mich erst mal mit meiner wirklich starken Blutung zu entschuldigen. Eine Nacht drüber geschlafen, war ich mir noch klarer über den Ausstieg. Ich habe die Seminarleiter oder Assistenten kurz und bündig darüber informiert einer möglichen Therapeutischen Bearbeitung wollte ich schnellstmöglich aus dem Weg gehen, da ich in diesem Seminar kein Vertrauen in die Begleitschaftsfähigkeiten der Assistenten aufbauen konnte. Dafür habe ich andere Menschen. Allerdings hatte ich vor, bei der Abschlussrunde wieder dabei zu sein um mein Feedback zu geben.

Eine Abschlussrunde gab es aber kurzerhand garnicht und ich hatte auch den Eindruck, das Andro kein Interesse daran hatte zu erfahren, wie es den einzelnen Teilnehmern mit dem Seminar gegangen ist oder jetzt geht. Zwischenzeitlich war noch jemand gegangen.

Von meiner Kollegin wurde ich nach jeder Etappe regelrecht bestürmt mit „du hast recht gehabt, stell dir vor... “ und was ich da zu hören bekam, hat meinen Eindruck nur noch mehr als bestätigt.

Sie hat mir allerdings das größte Geschenk gemacht, was sie machen konnte, sie hat auf ihre Grenzen aufgepasst und das ist bei ihrer Geschichte auch nicht ganz einfach... Großen Respekt!!!!

Weiteres möchte ich nicht wieder geben, da es nicht in meinem persönlichen Erfahrungsbereich liegt...

Für mich war das irgendwie sehr schmerzlich und letztendlich mal ganz weiblich emotional ausgedrückt empfand ich es ganz persönlich als Verrat an der Tantramassage, so wie ich sie liebe und praktiziere. Tantramassage nach Andro ist für mich nun nach diesem Seminar alles andere als ein Qualitätssiegel, tut mir leid. Da gibt es viel kleinere Massageanbieter, die viel besser arbeiten.

Und ich bin froh, das sich die Tantramassage in den letzten 40 Jahren irgendwie anders oder weiter entwickelt hat....

Also, der Meister selbst führt sich ad absurdum... Was mich wiederum zu der Frage führt, warum tut er das? Was ist hier eigentlich passiert?

Manche sagen, Andro hätte einen archaischen Stil. Nun, ich mags ganz und gar nicht heilig, auch wenn ich von Achtsamkeit rede. Ich bin spielfreudig und mag es durchaus auch mal heftig, ekstatisch, archaisch und wild. Sonnst wäre ich ja mit meinem BDSM-Kontext falsch.

Ich weiß, das einige Freunde von mir sehr zufrieden mit Andros Begleitung bei anderen Ritualen und dergleichen waren. Es gibt immer noch viele Tantraanbieter, die gerne irgendwas mit Andro zu tun haben und ich weiß auch, das er nicht blöd ist. Ganz und garnicht...

Er war mir auch definitiv nicht unsympathisch, ich hab ihn schon zu anderer Zeit kennen gelernt und fand es zwar nicht ganz mein Ding, aber soweit in Ordnung. Und im persönlichen Austausch mag ich ihn auch irgendwie.

Ich mag provokative Menschen, auch Spieler aber ich kann mich die ganze Zeit dem Gefühl nicht erwehren, hier stimmt irgend etwas nicht.

Und, obwohl einigen Teilnehmern vieles eben sowenig gefallen hat, warum hat sich niemand gewehrt oder das angesprochen?

Ich hab das Gefühl, das Andos Tantra eher in den unteren Chakren angesiedelt ist vielleicht auch hin und wieder mal hoch schießt, aber irgendwie am Herzchakra vorbei saust... aber ich hoffe, das ist nicht immer so...

Mir geht es in diesem Treat nicht darum, Andro zum Buh-Mann zu machen oder ihn als Arschloch darzustellen!!! Er hat viel im Tantra auf die Beine gestellt und das ehre und achte ich.

Mir geht’s eher darum zu verstehen, was hier passiert ist und ich wünschte mir eine Diskussion auf einer Respektvollen Ebene. Aber ich wünsche mir auch Ehrlichkeit in den Kommentaren, falls ich mir was wünschen darf.

Wie seht ihr das, liebe Fraunde und Bekannte. Tanriker oder BDSM-ler, oder auch unbeteiligte?

Was ist Tantra (oder ganz praktisch, Tantramassage) für euch, wie ist euer Weg dahin oder worauf läuft es hinaus...? Was sind eure Erfahrungen persönlich mit der Tantramassage oder anderem, mit Seminaren und Kursen oder Gurus?

Achso, und gefundene Rechtschreibfehler dürfen behalten werden, ich hab noch nicht lektoriert...;-)