Devas Blog

 

Nach reiflicher Überlegung nehme ich es heute in die Hand, einen Blog aufzumachen.

 

Mir fällt immer mal etwas ein, was ich posten könnte und ich denke, das kann auch für den einen oder anderen Leser hier ganz interessant sein.

 

 

Also, herzlich Willkommen auf meinem Blog... ;-)

 

 

Fr

09

Sep

2016

Interviiew mit mir in der Augsburger Allgemeine...

 

Interview

 

Sex unter Behinderten:

Ein Gespräch über ein Tabuthema

 

 

 

Deva Bhusha Glöckner arbeitet als Sexualbegleiterin in München und hilft Behinderten, ihre sexuellen Bedürfnisse auszuleben. Welche Wünsche sie an die Gesellschaft hat.

 

 

Eine Sexualbegleitung hilft sowohl körperlich als auch geistig Behinderten dabei, ihre sexuellen Bedürfnisse auszuleben.

 

 

Sexualität von behinderten Menschen ist in der heutigen Gesellschaft oft noch ein Tabuthema. Für Deva Bhusha Glöckner ist sie dagegen Teil ihrer alltäglichen Arbeit. Glöckner arbeitet als Sexualbegleiterin in München und hilft sowohl geistig als auch körperlich Behinderten dabei, deren erotischen und sexuellen Bedürfnisse zu erfüllen. Das reicht bei Glöckner vom einfachen Zusammensein und Umarmen und Massagen bis hin zum Sex. Wir haben mit ihr über ihre Arbeit als Sexualbegleiterin gesprochen.

 

 

Frau Glöckner, Sie arbeiten in München als Sexualbegleiterin. Wie sind Sie dazu gekommen?

 

 

Deva Bhusha Glöckner: Ich habe schon viele Jahre lang Tantra-Massagen gegeben. Als eine Freundin mir von der Sexualbegleitung erzählt hat, klang das interessant und habe mir das beim ISSB in Trebel (Anm. d. Redaktion: das Institut zur Selbst-Bestimmung Behinderter in Niedersachsen) angeschaut. Dort gibt es eine Ausbildung zur Sexualbegleiterin. Danach wusste ich: „Das machst du.“

 

Wie lief die Ausbildung bei Ihnen ab?

 

Glöckner: Ich habe sie über zwei Jahre hinweg gemacht. Bei der Ausbildung hat sich mittlerweile viel geändert. Bei mir war sie sehr praktisch. Nach Trebel kommen viele Menschen mit Behinderungen zu erotischen Workshops. Da kann man als Sexualbegleiterin erste praktische Erfahrungen machen.

 

Und was ist mit Theorie?

 

Glöckner: Theorie gibt es wenig. Es ist nicht so wichtig, so viel über die jeweilige Behinderung zu wissen, weil es nicht um Betreuung, sondern um Begleitung geht. Es geht darum, sich ganz normal zu begegnen. Das Wichtigste ist eigentlich das „Empowerment“. Das bedeutet, dass ich nicht alles mit mir machen lasse. Manchmal muss ich auch frustrieren, weil manche Vorstellungen von Sex haben, die aus einem Porno kommen. Da muss ich dann sagen: „Nein tut mir leid, eine Frau funktioniert anders.“

 

 

Beim ersten Treffen ist Sex ausgeschlossen. Wie oft kommt es denn vor, dass es zum Sex kommt, wenn man sich öfter trifft?

 

 

Glöckner: Es kommt schon vor. Ich könnte nicht sagen, wie häufig, weil die Treffen total unterschiedlich sind. Es ist ja auch eine Frage der Behinderung und der Medikamente, was machbar ist. Und was der Behinderte will. Es kommt nicht so häufig vor, aber es ist wichtig, dass ich es nicht ausschließe.

 

Das heißt, bei Vielen geht es auch um das Zusammensein, das Berühren?

 

Glöckner: Auch eine Frau berühren zu dürfen ist ein ganz wichtiger Punkt: Zu erforschen, wie sieht das aus, wie funktioniert das. Manchmal auch ganz ungeschickt, aber auch  irgendwie unschuldig, vorsichtig und neugierig. Je nachdem wie der Muskeltonus auch ist. Ein Spastiker kann leider nicht so vorsichtig sein. Da muss ich dann auch aufpassen.

 

Sie haben neben der Sexualbegleitung noch ein größeres Repertoire, unter anderem die Tantra-Massagen. Wie viel macht die Arbeit als Sexualbegleiterin aus?

 

Glöckner: Es wird immer mehr. Es ist auch schwer, zu sagen, was genau Sexualbegleitung ist. Ich arbeite auch mit Menschen, die keine sichtbare Behinderung, sondern eher psychische Probleme haben, wenn sie zum Beispiel Jungfrauen sind. Wenn ich das dazuzähle, ist es fifty-fifty. Menschen mit Behinderung möchte ich an sich nicht mehr als Drittel haben. Ich brauche einen Ausgleich und möchte mich nicht zu sehr spezialisieren.

 

Eine Sexualbegleitung ist ja eine sehr intime Sache. Konnten Sie sich immer darauf einlassen? Sicherlich finden Sie ja Viele aus subjektiver Sicht nicht attraktiv...

 

Glöckner: Wen ich attraktiv finde, ist nicht so wichtig. Ich habe auch Leute, die wirklich nicht attraktiv sind, mit denen ich aber wunderschöne Begegnungen habe. Ich habe immer eine andere Wahrnehmung von jemandem, wenn ich mein Herz aufmache. Das ist abgekoppelt von dem, was wir im normalen Leben unter sexueller Attraktivität verstehen. Für mich ist es ganz wichtig, wie jemand genießen und sich selber spüren kann. Umso tiefer jemand sich selbst auf Reise begibt, umso attraktiver wird er letztendlich für mich. Da spielt das Äußere keine Rolle mehr.

 

 

Wie reagiert Ihr Umfeld auf Ihre Arbeit?

 

Glöckner: Meine Familie hat das nie in Frage gestellt. Meiner Oma, sie ist schon weit über 95, hatte ich es nicht gesagt, weil sie sich immer Sorgen um ihre Enkel macht. Ihr habe ich nur gesagt, dass ich mit Behinderten arbeite und sie massiere. Meine Oma hat aber dann im Fernsehen einen Bericht über Sexualbegleitung gesehen, eins und eins zusammengezählt und hat zu mir gesagt: „Das ist ja eine tolle Arbeit, die du machst!“ Ja, sie findet das total gut.

 

Wie sieht das Ihr Mann oder Partner?

 

Glöckner: Ich bin nicht verheiratet, aber mit einem behinderten Menschen zusammen. Für ihn ist das kein Problem. Ich habe ihn in der Sexualbegleitung kennengelernt, er kennt meine Arbeit und hat sie ausgiebig genossen. (lacht) Wir sind ganz bewusst von der Sexualbegleitung zur Beziehung übergegangen. Ich kenne das von Kollegen, die mit einem Gast etwas angefangen haben. Das hat nicht immer gut funkioniert. Aber bei uns funktioniert es hervorragend. Er steht hundertprozentig hinter mir.

 

Die Sexualität von Behinderten ist in unserer Gesellschaft bislang kein großes Thema oder wie erleben Sie das?

 

Glöckner: Es wird wesentlich besser. Das merke ich an den Anfragen und daran, wie oft das Thema an mich herangetragen wird. Manchmal fängt es schon an, mich zu nerven. Denn meine andere Arbeit macht mich lange nicht so interessant wie die als Sexualbegleiterin. (lacht)

 

Was sollte sich noch ändern?

 

Glöckner: Ich wünsche mir, dass das Thema Sexualbegleitung allgemein bewusster wahrgenommen wird, also nicht nur auf Menschen mit Behinderung bezogen. Denn viele Menschen ohne Behinderung brauchen genau dasselbe. Und ich wünsche mir, dass es gesellschaftlich normaler wird, eine Beziehung mit Menschen mit Behinderung einzugehen. Denn da steht immer die Behinderung im Vordergrund. Das merke ich auch, wenn ich mit Menschen über meine Beziehung rede und erzähle, dass mein Partner sich nicht bewegen kann. Dann kommt immer: „Oh Gott, das ist ja schwierig.“ Aber ehrlich gesagt hatte ich mit nicht-behinderten Männern viel mehr Schwierigkeiten als mit meinem Partner. (lacht) Klar ist manches nicht so gegeben wie anderes. Und bei der Sexualität müssen wir uns auch teilweise etwas einfallen lassen. Aber es gibt ja in jeder Beziehung Themen, bei denen man Lösungen finden muss.

 

Welche Forderungen haben Sie an die Politik?

 

Glöckner: Dass Sexwork, egal ob Sexualbegleitung, Tantra-Arbeit oder normale Prostitution allgemein positiver bewertet würde. Die Frauen sollen weder als arme Opfer – es sei denn, sie sind es wirklich, dann sollen sie natürlich jede mögliche Unterstützung bekommen – noch als geldgierige Huren wahrgenommen werden. Sexwork sollte als vollkommen normale Arbeit akzeptiert werden. Es sollte mit Sexworkern gesprochen werden – anstatt über sie. Das Gleiche gilt für Menschen mit Behinderung. Gesetze für Sexworker und behinderte Menschen sollten in Zusammenarbeit mit ihnen gemacht werden! Ich wünsche mit, dass nicht über ihre Köpfe hinweg entschieden und das dann noch als unterstützend postuliert wird, wie zum Beispiel beim neuen „Teilhabe“-Gesetz und beim neuen „Prostitutionsschutz“-Gesetz.

 

 

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Mi

31

Aug

2016

Die Absicht der Absichtslosigkeit...

 

Hab ich mir doch schon vor fast einem Jahr vorgenommen, mal was drüber zu schreiben... ;-)

Sommerloch und Internet-Probleme und da ich nutze gleich mal die Gelegenheit es endlich anzugehen.

 

 

Da ich in vielen Beschreibungen der Tantramassage immer wieder das Wort „absichtslos“ lese und das Gefühl habe, das es missverständlich ist, hat mich das öfters etwas irritiert...

 

Ich persönlich kann von mir nicht sagen, das ich absichtslos massiere. Wenn überhaupt, könnte ich noch sagen sexuell absichtslos, aber auch hier folge ich in gewisser Weise der gefühlten Absicht meines Gastes, zumindest bis dahin, wo es für mich stimmig ist. Und meist ist der Focus des Gastes nun mal auch sinnlich/sexuell...

 

 

 

Meine Absicht in Massage, Bondage, Sexualbegleitung oder anderer Begegnung ist es meinen Gast zu berühren und zwar so tief wie möglich bzw. so tief wie er es zulässt.

 

In ihm/ihr Wohl- und Wonne-gefühl, Entspannung, Erfüllung, Lust, da-sein oder glücklich-sein mit sich selbst, Segnung, Wertschätzung und vielleicht sogar Heilung anzuregen.

 

Aber in einem offenen Rahmen, ich drängle Therapie, Heilung und sogar Atmung niemanden auf... ich lade nur ein... und bin offen für das was sich zeigt...

 

Ich achte die Grenzen dessen, wie viel davon überhaupt gewollt ist. Wenn der Focus mehr ein erotischer ist, bin ich vorsichtiger damit, streu es nur als zarte Verlockung ein, wenn der Focus Selbsterforschung ist, kann ich natürlich wesentlich tiefer gehen. Denn ich gehe schon bis an die Grenze dessen, was ich fühle, was jemand dann auch ertragen kann an Nähe und Berührung.

 

Ich bin diesbezüglich also für viele auch eine Herausforderung... ;-)

 

Meine zweite Absicht ist, ich will Kontakt, ich will mich auch nicht langweilen...

 Menschen die mir keine Kontaktfläche geben, die aalglatt und neutral sind machen es mir schwer. Ich kann damit arbeiten, bin Profi genug, aber es ist mühsam und anstrengend... wenn mir der Körper nicht antwortet und sei es nur mit hauchleiser Atmung oder Energie, dann schwimme ich bisschen auf dem trockenen, fühle mich ein wenig allein in der Begegnung...

 

Das ist ein mittelprächtiges Gefühl und ich kann damit mittlerweile ganz gut sein, aber schön ist was anderes... daher habe ich schon die Absicht, so zu massieren, das mir der Körper antwortet und Kommunikation und Kontakt entsteht...

 

Wenn ich schon beim Buchen merke, das die Absicht des Gastes und meine nicht konform gehen, kommt es nicht zur Massage, aber das ist ein anderes Thema und habe ich schon öfter beschrieben.

 

Meine dritte Absicht ist, ich will mit meiner geliebten Arbeit auch Geld verdienen, davon leben können, was zurück legen können fürs Alter, mich stetig weiter bilden und überhaupt ein schönes Leben haben. Auch das ist eine Absicht, die mitwirkt, wenn wir Massagen oder andere Dienstleistungen geben. Also ganz und gar ehrlich, das sollten wir als unsere Absicht nie aus den Augen verlieren... sonst werden wir vielleicht noch heilig...um Göttins willen...bbbbbrrrrrrrrr, da lieber ehrlich!

 Ich will den Job ja auch noch eine Weile weiter machen...

 

Alsoooo, wirklich absichtslos sind TantraMassagen also nicht...

 ber was ist dann eigentlich damit gemeint?

 

Die Absichtslosigkeit bezieht sich auf den eigenen erotischen Spaß, die eigene Geilheit...

Immer wieder beobachte ich, wenn ich ungeübte Männer anleite in Yonimassage, das sie über der Faszination Yoni den Rest der Frau vollkommen vergessen.

 

Der Focus wird ganz klein und nur noch die Yoni ist wichtig... steigt die eigene Erregungskurve, werden sie immer schneller, wie sie es vielleicht selbst in der Lingammassage gerne haben. Nicht aber immer unbedingt das Tempo, das Frau gerne hat...

Der Kontakt zur Frau geht verloren, sie spüren nicht mehr, wo die Frau in ihrer Lust eigentlich ist, ihre eigene Erregung hat die Regie übernommen. Eine andere Absicht hat geführt, die eigene Erregung... Natürlich stoppe ich da und arbeite mit meinem Berührungscoaching hier an der Stelle weiter. Viele Männer sind sich der eigenen Absicht gar nicht bewußt, es passiert automatisch... Sie sind oft ganz überrascht, wenn ich sie darüber aufkläre...

 

(und bevor es zu großen Mißverständnissen und etlichen Kommentaren kommt, das gibt’s natürlich genauso bei Frauen. Es kommt nur in meiner persönlichen Praxis weniger vor... Es geht nicht um Frauen und Männer, sondern um Absicht und Absichtslosigkeit)

 

Mit sexuell absichtslos ist daher gemeint, das der Masseur oder die Masseurin nicht nach der eigenen Lust handelt sondern ganz bei dem/der Empfangenden ist. Der Focus ist auf die ganze Person/Seele gerichtet und nicht nur auf die Genitalien und die Lustzentren. Es wird alles liebevoll berührt, geehrt und geachtet... Daher wird die lustvolle Energie auch im ganzen Körper verteilt.

 

Muss man dann beim Massieren ohne erotischen Gefühle sein? Nein, es dürfen natürlich erotische Gefühle aufkommen, da sein... das ist ja für den Empfangenden auch toll, wenn es/sie es spürt...

 Nur führen sie nicht die Regie in der Massage. Das kann dann sogar sehr anziehend sein...

 

Auch könnte man eine TantraMassage zumeist Orgasmus-Absichtslos nennen. Der Orgasmus ist willkommen und passiert auch sehr oft bis meist, aber er ist nicht der Focus um den es geht... es ist möglich, orgastische Zustände zu bekommen, die rein energetisch sind oder sogenannte Plateau-Orgasmen (langanhaltende orgastische Zustände) mit und/oder ohne Ejakulation.

 

Wichtig ist dabei den Wunsch des Empfangenden zu achten und zu respektieren.

 

So, jetzt wissen wir, das mit „Absichtslos“ zumeist sexuell absichtslos gemeint ist, trotzdem gefällt mir das Wort im Zusammenhang mit Massage immer noch nicht, denn es gaukelt einen allgemeine Absichtslosigkeit vor...

 

Mir ist letztens das Wort „ergebnisoffen“ über den Weg gelaufen und ich finde das triffts...

bissel sperrig und gewöhnungsbedürftig aber wesentlich klarer...

 

Von manchen Tantrikern oder Spirituellen würde ich mir wünschen, das sie sich der Absicht ihrer eigenen „Absichtslosigkeit“ ein bisschen mehr gewahr und damit sich selbst und anderen gegenüber ehrlicher und klarer werden. Ich hab nämlich das Gefühl, das da viel verwischelt und verwuschelt wird in der Absichtslosigkeit...

 

herzlichst und voller Absicht, euch zu berühren... 

 

Deva Bhusha

 

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Do

15

Okt

2015

Ein kleiner Lehrgang im Buchen einer Sexdienstleistung, oder wie kann MANN schon im Vorfeld so kommunizieren, das er für die Sexworkerin interessant ist?


Liebe Männer,


Da mich eine Erkältung energetisch ein bisschen runter holt, habe ich ein wenig mehr Zeit über das zu nachzusinnen und zu schreiben, was ich so oft bei Anfragen beobachte. Vielleicht sollte es mal wieder so sein, das ich gerade mehr als übliche solcher Gästeanfragen bekomme, damit ich mal was aufschreibe...? ;-)


Kurze Einführung zum Thema


Fakt ist, das ich als gute Sexworkerin letztendlich mehr Zeit mit Buchungskommunikation verbringe als mit Massagen und Dates.


Es kommt eh nur ein gewisser Prozentsatz der Buchungen zustande, auch gibt es sogenannte Hobbybucher und Tasten- oder Telefonficker, die letztendlich nie zum Date erscheinen und damit kostbare Zeit für andere Buchungen verspielen. Zu meist erkenne ich sie rechtzeitig, sie fragen einfach zu viel und zu direkt... ;-) manchmal kann man sogar schon das Stöhnen der Selbstbefriedungen im Hintergrund hören. Meist kürze ich das dann radikal ab mit „da können wir darüber sprechen, wenn du da bist“.


Aber es gibt mittlerweile auch welche, die sich auf tantrische Sachen spezialisiert haben. Die klingen wirklich sehr nett, sehr versiert und buchen lange. Und ich sitze dann da, habe etlichen anderen abgesagt und die Zeit ist vertan. Besonders beliebt sind auch Yonimassageworkshops und Paarmassagen als Fakeanfragen. Auf meine Fragen warum sie das tun, bekommen ich leider keine Antworten, aber es gibt welche, die versuchen es immer wieder.


Bei anderen die nicht zustande kommen, passt es nicht für mich. Ich liebe meine Arbeit und möchte sie auch weiter lieben. Das bedeutet auch, ich suche mir meine Gäste raus.

Ich kann es mir leisten, weil ich gut bin in dem was ich tue und wie ich es tue. Und das obwohl ich keine 20 mehr bin, keine Modellmaße habe und auch nicht unbedingt den klassischen Schönheitsideal entspreche.

Meine Gäste wissen zu schätzen, das ich qualifiziert bin und weiß und kann, was ich tue. Sei es Massage, Bondage oder anderes...


Ein großer Teil der Zeit, die ich mit Kommunikation verbringe macht mir auch viel Freude und hilft mir mich auf den anderen einzustellen. Besonders in der Sexualbegleitung, ob nun mit behinderten oder beeinträchtigenden Menschen oder eher mit Menschen mit sexuellen Problemen. Diese Kommunikation ist meist sehr ehrlich und fruchtbringend.

Aber es gibt auch die, die unglaublich nervt...


Damit zurück zum Ausgangspunkt. Wie kann MANN schon im Vorfeld so kommunizieren, das er für die Sexworkerin auch interessant ist?


Wie ich immer mehr wahrnehme gibt es nicht nur jede Menge Kommunikationsprobleme zwischen Frau und Mann, sondern auch zwischen Sexworker und Sexbucher. Da ich oft ungeheuer viel Zeit damit verbringe, diese Kommunikationsprobleme und Mißverstandnisse aufzuklären, dachte ich ich kann gleich mal einen kleinen Artikel daraus machen. Dann brauch ich vielleicht nur noch auf den Artikel hin zu weisen und spare mir vielleicht ein bisschen Zeit... ;-)


Allerdings möchte ich auch vermitteln, das meine Ausführungen hier auf Respekt und Augehöhe stattfinden sollen und keineswegs dazu dienen sollen, euch irgendwie runter zu machen.

Nehmt sie bitte also konstruktive Kritik wahr...

Und ich möchte auch einführend sagen, das es weiß Gott nicht alle Männer betrifft.

Im Gegenteil, ca 80% der Männer, die über meine Homepage kommen und sich da tapfer durchgearbeitet haben sind in der Art wie sie buchen und was sie buchen sehr klar, achtsam und respektvoll. Und denen möchte ich hiermit auch ein großes Dankeschön aussprechen, ich weiß das zu schätzen. Es erspart mir jede Menge Zeit und Kraft und ich weiß im Vorfeld, das es eine gute Zeit zusammen wird. Denn ich mag meine Arbeit und ich mag Männer!!! ;-)


Ich bekomme auch jede Menge Anfragen von Gästen aus anderen Portalen, Kauf mich, rote Laterne, und kleineren diversen Anzeigenportalen. Da meine Anzeige aber durchaus ebenso klar, anspruchsvoll und Aussagekräftig ist, wie meine Homepage, bin ich immer wieder fasziniert, wie seltsam anders diese Anfragen aussehen.


Und dann frag ich mich manchmal, glauben diese Männer wirklich, das es einen Grund gäbe, kostbare Zeit mit ihnen zu verbringen, wenn das Geld nicht wäre? Und denken wirklich, das Geld ausreicht um eine wirklich gute Zeit mit ihnen zu verbringen? Oder denken sie etwa gar nicht?


1. Information und Respekt


Der kleine Klick auf meine Homepage wird zumeist nicht getätigt, die Profile werden zu einem Großteil nicht gelesen. Das macht schon mal keinen guten Eindruck auf die Sexworkerin.

Dafür werde ich ganz gerne mit Phrasen und immer gleichen Fragen (wie viel kostet. usw.) überhäuft.. und dann kommen die üblichen „machst du auch dies und das“ Fragen, obwohl es eindeutig im Profil geklärt ist.


Also liebe Männer, bitte lest auch die Profile, wenn euch die Frau auf dem Bild gefällt. Das zeigt euren Respekt und erspart der Sexworkerin und auch euch letztendlich Zeit, die mit dem Beantworten von Fragen drauf geht, die eh schon klar im Profil stehen. Und respektiert das, was klar im Profil steht. Das macht euch interessant, denn Frauen mögen Respekt.


2. Halbsatz-Kommunikation


Ich hab das Gefühl, das durch die Möglichkeit von Chats offensichtlich komplett verlernt wird, Aussagen in ganzen sinnvolle Sätze unter zu bringen und somit die Buchung und das Anliegen auf den Punkt zu bringen. Irgendwie findet durch Whatsapp, Facebook und co eine ziemliche Verblödung statt.


Der Klassiker sind Mini-Sätze oder wie „Hallo“ und „Hi“ (und dann nix mehr) „Ich würde dich gerne kennen lernen“, oder „wie gehts dir“ und „du bist hübsch“ sind dann schon fast Romane.


Hhmmmm ja, und dann? Weiß ich weder was er will noch wer da eigentlich ist. Sich selbst vorstellen kommt offensichtlich auch komplett aus der Mode...


Jungs, das turnt ab!!! Ich muß euch jetzt jeden Brocken aus der Nase ziehen, das kostet Zeit und Geduld. Meist fallen weitere Kommentare dann auch nicht viel schlauer oder länger aus. Ich bin schon im Vorfeld genervt und meist beantworte ich die Fragen gar nicht mehr.

Sämtliche Intelligenz in die Hose gerutscht...


Wenn ihr wirklich was buchen wollt, das macht die Frau nicht an... so was ist Feind jeglicher Erotik. Frauen mögen Männer, die wissen was sie wollen und auch in der Lage sind das auszudrücken. Reine Komplimente a la „du bist hübsch“ langweilen und ersetzen eine gute Kommunikation nicht. Frauen mögen Intelligenz und Stil!!! Wenn ihr das nicht habt, seid wenigstens ehrlich. Das hat dann wenigstens auch was...


3. die Zwischentöne, spielerisch flirten


Wenn ich frage, was jemand will, kommen oft die romantischsten Beschreibungen „lass uns in die erotische Welt entfliehen“ „ich werde dich liebevoll verzaubern“ „hallo du Fee der Lust und Begierde“ „mit einer Herzensfrau Erotik erleben“ und wenn ich dann frage was das konkret bedeutet sind wir dann wieder ganz banal beim „lecken, blasen und dann poppen“.


Es gibt Zwischentöne liebe Männer... und auf die stehen anspruchsvolle Frauen. Das nennt man dann Flirten. Flirten ist selten direkt, es spielt in Andeutungen, die irgendwie trotzdem klar sind. Das muß weder romantische Geschwurbel sein, aber mit der Tür ins Haus fallen ist auch nicht unbedingt geil. Und am wenigsten geil ist, das eine nur mit dem anderen zu ummanteln. Da wären wir wieder bei der Ehrlichkeit. Seid ehrlich und klar mit dem was ihr wollt, aber ihr könnt ruhig auch paar entzückendere verspielte Ausdrücke dafür finden... ;-)


4. „Ich möchte dich verwöhnen“

 

„Ich möchte dich verwöhnen“ auch so eine Art Standartsatz. Steigerungsform dann „ich möchte dich verrückt machen, deine Lust wecken“, oder „wann wurdest du das letzte mal so richtig glücklich gemacht?“


Jungs, wir Frauen wissen, wenn ihr uns wirklich so glücklich verwöhnen könntet, so wir ihr es euch in eurem Kopfkino vorstellt, dann bräuchtet ihr nicht für viel Geld jemanden zu buchen!

Wenn ihr die tollen Liebhaber wärt, die das alles drauf haben, hättet ihr genug Weiber, die euch zu Füßen liegen. Wirklich, wirklich gute Liebhaber sind relativ selten, im Leben und unter den Gästen, leider... und, wirklich gute Liebhaber sind meist Männer mit Respekt und (bis auf ein paar wenige Naturtalente) Männer die gelernt haben, das man Sexualität auch lernen kann...


Ich kann immer wieder beobachten, das Frauen ein untrügliches Gespür für gute Liebhaber haben und ihr gehört offensichtlich nicht dazu... sonst würdet ihr ganz anders anfragen, oder vielleicht gar nicht.


Es ist unter anderem mein Job, Männern beizubringen was Frauen brauchen und mögen. (Yonimassageworkshops, Sexualbegleitung usw) Und ich stelle immer wieder fest, das nur wenige davon eine wirkliche Idee haben.


Die Luftballons, die ihr aufblast, kann ich mit einer winzigen Nadel zum bersten bringen. Bitte hört auf zu glauben, das wir Sexworkerinnen unbedingt von euch „verwöhnt“ werden wollen. Unqualifiziertes hin und her gewischel, getreichel und gelecke ist kein „Verwöhnen“! Es ist grauenvoll...


Bitte fangt an, die Energie zu verstehen, die dahinter steckt.


Ihr wollt euch als großartige Liebhaber fühlen, ihr wollt euer Ego aufblasen, ihr wollt die Frau lecken, weil es euch geil macht und oft ist euch relativ egal, ob die Frau auch so verwöhnt werden will, wie ihr das drauf habt.


Es ist nicht, das ihr da was gebt, ihr nehmt was. Ihr seid bedürftig nach einem Gefühl, das euch das angebliche „Verwöhnen“ schenkt.

Sonst bräuchtet ihr das nicht buchen, könntet lockerer damit sein. Und genau das ist auch das was energetisch bei der Frau ankommt. Nicht das ihr euch für sie als Wesen und Frau interessiert, sondern das ihr eigentlich bedürftig seid euch mehr für euch selber interessiert als für sie.


Und ja, die meisten Sexworkerinnen spielen leider da mit. Das ist ihr sicheres Geld, eure Dummheit. Sie wissen, das ihr eine Illusion wollt und spielen euch dann die Illusion vor während sie wahrscheinlich innerlich schon Kaffee kochen, Abrechnung machen oder das Geld ausgeben mit denen sie diese Illusion ausgleichen lassen. Allemal besser, als das Gefummel spüren zu müssen.


Ich nicht!!!

Mir ist mein Körper zu kostbar als das ich ihn unqualifiziert belecken oder bewischeln lasse!


Und mir ist es ein Anliegen, das ihr versteht was hier passiert und das ihr vielleicht wirklich bessere Liebhaber werdet. Deswegen bin ich auch nicht immer nett. Deswegen prüfe ich meine Gäste auch hin und wieder. Besonders die, die angeblich geben wollen.

Angeblich zu verwöhnen und eigentlich sich Bestätigung und Geilheit zu holen sind Doppelbotschaften. Und Doppelbotschaften ist etwas, das uns in der Psychologie und in der Sexualität am meisten zu schaffen macht.

Doppelbotschaften fühlen sich definitiv nicht geil an, für den der sie bekommt!!!


Es kann sogar sein, das der weibliche Körper aufgrund der physischen Stimulierung einen Orgasmus bekommt, die Frau sich aber trotzdem psyschisch-seelisch beschissen fühlt. Ist mir selbst schon oft passiert, als ich meine Grenzen noch nicht so genau kannte. Mittlerweile habe ich genug Jahre Tantrisch-Psychologische Arbeit hinter mir, das ich die verdrehte Energie 3km gegen den Wind wahrnehme und die Herren schon in den Mails oder Chats aussortiere...


Ich gebe allerdings schon immer noch ein paar Chancen zur Wahrheit zu kommen. Mir ist klar, das es nicht leicht fällt, sich gegenüber einer Sexworkerin auch so bedürftig zu zeigen, wie man wirklich ist. Und doch, es ist eine Chance, wirklich aus der Bedürftigkeit raus zu kommen.


6. Ehrlichkeit


Doppelbotschaften , Unklarheit und Unehrlichkeit, das ist etwas, das unglaublich viel Elend unter Menschen bringt. Das eine Sagen, das andere wollen. Fast jeder weiß von uns, wie schmerzhaft das ist und das man sich dabei missbraucht und benutzt vorkommt. Auch wie verwirrt wir oft sind, wenn wir Doppelbotschaften bekommen. Und das meiste davon läuft natürlich nicht bewußt ab.


Und... da schlage ich eine Presche für euch Männer. Die meisten Doppelbotschaften kommen im Leben leider von Frauen! Manipulation ist oft ein eher weibliches Terrain.


Bei Männern findet man sie dafür eher mehr in der Erotik.


Ich glaube, das eure doppelte Botschaft eigentlich nur eine Reaktion ist. Ihr wollt es wirklich gut machen, ihr wollt gute Liebhaber sein, nicht nur für euch, eigentlich auch für die Frauen. Aber ihr hattet wenig Gelegenheit, es wirklich zu lernen und vor allem zu verstehen. Wie auch, wer hat es euch erklären können?

Das Thema ist subtil und nur wer es wirklich erfahren hat und verstanden hat, kann euch wirklich antworten geben. Ihr Männer untereinander seid meist auch nicht gerade clever, in dem ihr euch mit Rat und Tat unterstützt. Sexualität ist ein verletzliches Thema, der Konkurrenzdruck hoch. Wie viele Männer glauben immer noch, das die Größe und Beständigkeit der Erektion für Frauen das wichtigste ist?


Die Frauen könnten euch oft selbst nicht sagen was sie brauchen, sie wissen es nicht. Sie wissen meist nur, was sie nicht wollen, und das ist dann schon viel... Eine Frau muss erst mal eine glückliche Sexualität erlebt haben um überhaupt äußern zu können was sie braucht. Und ein Mann muß verstehen, das es nicht unmännlich ist, zu fragen, was eine Frau braucht. Frauen sind sehr unterschiedlich, kein Mann kann alle Frauen gleich richtig und gut „verwöhnen“. Alle guten Liebhaber sind Lernende, von Frau zu Frau...

Die langsame und wirkliche Erforschung der Frau macht doch letztendlich viel mehr Spaß, als die gefakte Illusion ein guter Liebhaber zu sein... oder?


Also Jungs, wenn ihr als Gäste für eine Frau wirklich interessant sein wollt, werdet zu Männen und traut euch zu sagen „ ich möchte lernen, dich zu verwöhnen...“ oder z.B. " ich möchte dich erforschen"das klingt gleich ganz anders. Das schließt die ganze Frau und ihr Wesen mit ein.


Wenn ihr eine schöne Begegnung haben wollt, die euch wirklich beglückt und nicht nur befriedigt, Kommuniziert bewußt und respektvoll schon im Vorfeld. Denn warum das Glas halbleer sein lassen, wenn es auch voll sein könnte?


Und Klartext zu mir:

 

Wer Sexualität lernen, forschen und genießen will ist bei mir richtig.

Wer nur Kopfkino wiederholen will, ist falsch... er nehme sich doch bitte andere Sexworkerinnen, die es nur des Geld wegen machen.


Im Übrigen freuen die sich aber genauso über Respekt, gute Kommunikation, Achtsamkeit, spielerisch geflirrtete Zwischentöne und Ehrlichkeit...


Eure Deva Bhusha


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Di

28

Jul

2015

Ein Neues Zuhause für Schwelle7, Berlin



Die Schwelle7 ist experimenteller Körperarbeit und Körperforschung gewidmet, vor allem aber Spiel, Zauberei und sanftem Wahnsinn.“


Zurück von der xplore, dem großen Festival der Schwelle7... warm, weich, erfüllt, satt, inspiriert, beglückt, beklatscht, be- und immer noch ge-fesselt, frag ich mich gerade nachdenklich und neugierig was die Schwelle7 für mich ist.


Die Schwelle7 muß zum Ende des Jahres aus ihren gemieteten Räumen raus. Da sie mehr oder minder ein NonProfit Unternehmen ist, und nichts angespart hat, steht sie vor möglicherweise vor dem Exitus. Der Versuch neue Räume zum Mieten zu finden ist schwer, eigene Räume zu kaufen mit der finanziellen Situation unmöglich. Felix und die Community haben jetzt ein Crowdfunding gestartet.



Die Schwelle7 zu verlieren.... das geht gar nicht …. die Vorstellung ist unmöglich...


Das ist für mich, als würde der Welt ein ganz wichtiger Teil fehlen, ein wichtiges Stück Kultur, viel wichtiger als irgendwelche Baudenkmäler oder Weltkulturerben, denn die Schwelle ist irgendwie als Kultur ganz und gar Jetzt. Und das ganz ohne Sprüche und irgendwelches Brimborium.


Obwohl ich nun viele Jahre auf einem spirituellen oder tantrischen Pfaden tanze, gehe, holpere und stolpere, mich hier und da ein wenig dazu gesetzt und gelernt und erforscht habe, gibt es bis auf ein paar wunderbare Menschen nichts was mich als Projekt so fasziniert, inspiriert und weit in meine Arbeit beeinflusst hat, wie die Schwelle7 in Berlin.


Viele Gemeinschaften, Ideen, Prinzipien, spirituell, ideell, psychologisch, künstlerisch, frei Liebend, Poly oder what ever hab ich mir angeguckt, rein gefühlt oder mich auch schon mal rein gelebt. Aber irgendwie fing es nach einer Weile immer an zu klingeln in den Ohren.

Klingeln tut es bei mir immer, wenn ich eine größere Diskrepanz zwischen gedacht und gelebt wahrgenommen, zwischen Anspruch und Realität... Merkwürdige Hierarchien, Machtthemen, Verdrehungen, Doppelbotschaften...


Zwar werden alte Konditionierungen aufgebrochen, hin und wieder auch sanft aufgelöst... aber ganz schnell werden wieder neue geschaffen, denn der Raum dazwischen ist unsicher... insecure


Insecure. das ist genau der Raum, wo die Schwelle sich vorzugsweise bewegt...


Und plötzlich ist da ein seltsamer Platz inmitten dieser Selbst

-erkenntnis, -verbesserung, -optimierungs und -erleuchtungs-wirrwarrs der letzten Jahre... der dem ganzen Wachstumswahn at absurdum führt, Unsicherheit bevorzugt und und nix weiter will als einfach nur spielen.


Und da sitze ich, mitten drin, ein Seil in der Hand, mit einen hübschen Füßchen dran, den ich nach meinem Willen bewegen kann, im Schoß die Besitzerin des Füßchens, genüsslich schnurrend... so einfach... wo wollte ich die ganzen letzten spirituellen Jahre eigentlich hin? Und wozu?


Warum denn eigentlich immer irgend etwas heilen, weiter entwickeln verbessern?

Wie oft saß ich irgend einem vermeintlich oder wirklich erleuchteten oder seinen nachplappernden Jüngelchen gegenüber und hab mich eher getrennt als verbunden empfunden. Ich bin noch nicht so weit, ich verstehe das noch nicht... ich muss noch dies und das... Kopfkratz... Muss ich wirklich?


Wenn ich hier weine, weine ich, wenn ich lache lach ich..., wenn ich faul bin räkel ich mich in der Sonne, wenn ich einschlafe im Workshop schlaf ich ein.


Letztens hat mir eine Workshopleiterin sogar ganz verzückt gesagt, das es bezaubernd aussah, wie ich geschlafen und wie ein Baby geschnorchelt habe...

Der Workshop war wohlgemerkt über das böse Mädchen in uns und wie wir es genießen können und die passenden Adepten dazu zum Quälen zu finden, die das dann auch noch genießen... und wie schwer es uns Frauen fällt, wirklich böse zu sein, selbst wenn wir es denn dürfen und es explizit erwünscht ist...


Aufgeweicht noch von einem Babymassagewokshop, bei dem mich ein entzückter runder bärtiger Papa massiert und liebevoll umsorgt hat... (und noch noch lang nicht wieder erwachsen geworden), war ich zwar neugierig, aber selbst ein böses Mädchen zu sein erschien mit in dem Moment unmöglich. Also schlummerte ich friedlich an der Seite der Workshopleiterin und das war für alle ok...


Wenn ich mal wieder zu spät komme zum Workshop, komme ich entweder rein, oder ich komme nicht rein. Keiner wartet auf mich oder guckt mich danach böse an. Es ist meine Verantwortung. Und wenn ich raus gehen will, weils nicht mein Ding ist, gehe ich einfach raus. Keiner versucht mich zu halten, mir hinter her zu rennen und mich über meine Widerstände aufzuklären und mir anzuraten, durch den Prozess zu gehen. Wozu auch, die Widerstände schmelzen relativ schnell... ich kann so sein wie ich bin, wozu in Widerstand gehen?


Einfach entspannen oder anspannen... einatmen, ausatmen, beobachten... spielen mit dem Atem... oder mit der WäscheKlammer und dem Menschen vor mir... wo steck ich die Klammer jetzt ran und was passiert dann? Gefällts ihm, lacht er oder faucht er... beobachten, kommunizieren in Körpersprache... zwischen Herausforderung und Entspannung...


Ohne, das ich es muss und irgendwas sollte. Ohne das ich das Gefühl habe, was zu unterdrücken, wenn ich es nicht tue. Was für eine Erleichterung!!!


Das einzige zu was man immer wieder angehalten ist, sich zu beobachten, wahrzunehmen, zu gucken was man braucht... klar Nein zu sagen, wenn man was nicht will und Ja zu sagen, was sich gut anfühlt. Schmerz zu nehmen, mit ihm zu spielen, zu genießen. Wie Kinder, Rollenspiele, alles ausprobieren... nur eben auch mit Sexualität auf spielen. Und das Spielen darf tief gehen... muss aber nicht. Auch hier, kein Anspruch...


Man könnte meinen, das endet im Chaos aber ich finde viel mehr

Tiefe, Spirit, Kraft, Ehrlichkeit, Meditation und Struktur darin, als in vielen althergebrachten Gruppenstrukturen. Niemand spricht von Erwachen und Erleuchtung, Heilung, Verbesserung...

Felix lästert sogar ganz gern mal über uns „Tantramaffia“ und nörgelt, wenn Workshopleiter von Heilung sprechen.

Vielleicht finde ich gerade deswegen ne ziemlich praxisorientierte beeindruckende Reflektiertheit unter den Leuten? Aha... oho...grins und natürlich Humor....


In der Schwelle begegnen sich Menschen, die gerne forschen, viele sind Tänzer, Künstler Bodyworker, Masseure, Yogis, ZENis, schräge Gestalten, Tantriker, und BDSMer...

Kursleiter sind auch Teilnehmer und Teilnehmer werden Kursleiter. Mann lehrt nicht, man tauscht Erfahrungen, teilt sich mit und experimentiert mit Ideen.


Auf diese spielerische Art hab ich in kurzer Zeit mehr gelernt als in allen Tantrakursen in den vergangenen Jahrzehnten zusammen. Der Kurleiter ist kein Guru, der alles weiß und wir die Lernenden. Alle Lernen... exakt jetzt... oder eben nicht. Auch ok.


Sind die Kursleiter nicht offen, gehen die Leute einfach wieder... sie sind gute Qualität gewöhnt...

Wir sind dabei, wenn Ideen entstehen, setzen selbst mit um, er/sie ist an-greif-bar, will meistens Feedback und wir sind Teil des Gestaltungsprozesses.


Klar geht da auch was schief, es ist nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen.

Muß es ja auch nicht.. es besteht kein Anspruch... zumindest nicht meinerseits.


Die Freiheit, die ich bekomme Fehler zu machen, gebe ich auch gern Felix und seiner Crew... warum sollten sie besser sein? Auch sie sindeinfach, was sie sind...

Wenn sie wirklich großen Mist machen gibt’s einfach was aufm Arsch. Da haben beide Parteien was davon. :-)


Manches ist einfach auch nicht mein Geschmack... auch das ok.


Das Spielfeld ist in erster Linie Körperarbeit, Kunst und Sexualität... aber ich merke, wie es sich mehr und mehr durch alle Bereiche meines Lebens zieht. Nirgendwo habe ich besser gelernt, nein zu sagen als im BDSM, zu mir zu stehen und mich hinzugeben oder abzugrenzen... je nachdem. Ich hab mich unglaublich mit mir entspannt, ohne das ich mühsam lernen mußte mich zu lieben...

Und ich hab viel für meine Workshops gelernt. Mit Freude lernt sichs einfach besser...


BDSM ist ein Tanz an der Grenzen und schult die Aufmerksamkeit noch weit mehr, als ich es vom Tantra kenne. Daher ist die Schwelle7 für mich ein Platz, der an für sich unverzichtbar ist, wenn wir uns wirklich weiter entwickeln wollen, auch oder vielleicht gerade weil es kein direktes Ziel gibt sondern es um das „jetzt“ geht...

Auch ist es ein internationaler Platz. Die Hauptsprache ist oft englisch, da Menschen aus der ganzen Welt in die Schwelle7 kommen um zu experimentiere und sich auszutauschen.


Warum sollte jemand dieses Projekt unterstützen?

 

schwelle7 inspiriert durch ein innovatives Programm von einzigartigen Workshops (Körperarbeit, Tanz, Sexualität), die meist speziell für schwelle 7 konzipiert werden und daher weltweit konkurrenzlos dastehen. schwelle7 veranstaltet darüber hinaus von Felix Ruckert entwickelte partizipative Performances: spezielle „Play Parties“, die eine einzigartige Mischung aus Konzert, Raumgestaltung, Choreografie, SM-Spiel und spontaner kreativer Aktion darstellen und zu den innovativsten Berliner Partykonzepten zählen. Schwelle 7 beherbergt ausserdem eines der grössten und aktivsten Schulungszentren für Japanische Seil Bondage (Kinbaku) weltweit, einer künstlerischen Praxis die rasant an Popularität gewinnt. All dies soll erhalten bleiben und weiterentwickelt werden.

 

Auf der schwelle7 wird Kunst mit sozialen und politischen Ideen verbunden. Inhaltlich geht es uns um sexuelle Liberalisierung, Hinterfragung hierarchischer Strukturen, Gewalt- und Konfliktforschung, sowie um die Verflüssigung geschlechtlicher Konstruktionen. Bei der organisatorischen Umsetzung der Inhalte achten wir auf soziale Verträglichkeit (günstige Workshop-Preise, Ermässigungen für sozial Schwache) und die Anwendung ökologischer Prinzipien (Müllvermeidung, Plastikverbot(!), Vegetarische Ernährung und Ökostrom).

Schwelle 7 hat ein einmaliges Feld geschaffen, in dem Kunst und Sexualität frei erforscht und intelligent praktiziert werden können.

schwelle7 verzaubert und macht glücklich.


 



"Ganz persönlich glaube ich wirklich dass die Events in der schwelle7 der Entstehung einer neuen sexuellen Kultur dienen."

                                                       Martina Weiser



Felix Ruckert selbst:


Die Schwelle7 ist experimenteller Körperarbeit und Körperforschung gewidmet, vor allem aber Spiel, Zauberei und sanftem Wahnsinn.

Das künstlerische Prinzip ist Juxta-position: Energie, die freigesetzt wird, wo heterogene Elemente zusammengewürfelt werden, ohne den Versuch ihre Unterschiede zu glätten.
Juxtaposition als formelle Operation von Synchronizität. Geheime Verbindungen, die plötzlich sichtbar werden und Bedeutung gewinnen. Zufalls-kollaborationen, Collagen.“


Anmut, die durch das Zusammenspiel von Fragmenten entsteht. Absurdität, Ironie, Instabilität. „



Schwelle7 ist ein Veranstaltungsort im Berliner Wedding, der auf 500 qm Fläche Workshops, Performances und Parties auf der schwelle zwischen Kunst und Sexualität organisiert.


Der Leiter, Felix Ruckert ist Tänzer, Choreograph und Konzeptor. schwelle7 dient ihm als Bühne, Wohnort und ökonomische Basis. Er konzipiert und organisiert experimentelle Workshops und Performances und lässt und sich dabei von unterschiedlichsten Körperpraktiken inspirieren.


Schwelle7 veranstaltet Workshops zu Tanz, Performance Kunst und Body Art, sowie Seminare die sich praktisch-technischen Fertigkeiten des SM - Spiels widmen, oder auch theoretische, ästhetische oder philosophische Aspekte von BDSM behandeln. schwelle7 versucht Verbindungen, Parallelen und Schnittstellen zwischen diesen Welten zu erforschen.

Bei aller Radikalität unserer Aktivitäten versuchen wir stets Offenheit und Flexibilität im Denken und Handeln zu bewahren.


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Do

23

Jul

2015

wunderbarer Artikel in der Huffington Post



Wir alle kennen Sexarbeiter*innen und Kunden - wir wissen es nur nicht. Wir fragen auch nicht - oder wer hat schon mal eine*n Sexualpartner*in nach Prostitutionserfahrungen gefragt? Wahrscheinlich würden viele von uns mit der einen oder anderen ehrlichen Antwort auch ihre Schwierigkeiten haben. Und das ist Teil des Problems.


Wenn wir über Prostitution reden, dann meistens etwas verhalten oder auf zutiefst abfällige Art: Prostituierte sind nur arme Ausländer*innen oder drogenabhängige Frauen oder sowieso solche, die in der Kindheit missbraucht wurden.


Freier? Ja, über diese „armen Schweine" redet man sowieso nicht, man lästert höchstens, und ein wirklich männlicher Mann „braucht das ja nicht".


Dabei wissen wir schon lange, dass Männer und Frauen aus allen gesellschaftlichen Schichten, aus allen Berufen und Religionen, Sex kaufen und verkaufen.


Nicht nur der Kollege oder Ehemann, der für Sex bezahlt, sondern auch die eine oder andere Kommilitonin, Kollegin oder Mutter verdient ihr Geld mit Sexarbeit. Vielleicht kauft sogar die Chefin oder Kommilitonin Sex, während der Nachbar von nebenan sein Geld als Escort oder Pornodarsteller verdient. Es sind nicht nur Männer, die Sex von Frauen kaufen und - wohlgemerkt - nicht die Frau selbst kaufen.

Aber darüber reden wir nicht - weil wir lieber unsere verruchte Pornofantasie von Sexarbeit als Ort, an dem böse Männer unschuldige Frauen ausbeuten, aufrechterhalten. Wir vermeiden es gezielt, offen und auf Augenhöhe mit den Beteiligten - in diesem Fall Kund*innen und Sexarbeiter*innen - zu sprechen.


Stattdessen wird Tag ein, Tag aus über die Erfahrungen dieser Menschen fantasiert. Fast schon wie in einem Märchen gibt es böse Männer, die unschuldigen Frauen etwas Schlimmes antun, die dann wiederum von anderen guten Helden gerettet werden, um anschließend ein gutes Leben zwischen Ehe und Arbeit zu führen.


In dieser Fantasie der Prostituiertenrettung kommen irgendwie alle zum Zug, außer die Sexarbeiterin, die nicht gefragt wurde, ob sie das wollte oder was sie denn überhaupt für ein Leben will. Viele nehmen sich inzwischen die Freiheit, für Prostituierte entscheiden zu wollen, was sie denn nun mit ihrem Körper machen dürfen und was nicht. Der Prostituierten selber wird ihre Stimme geklaut.


Diese Fantasie ist gerade von der Lebensrealität der bulgarischen und rumänischen Sexarbeiter*innen weit entfernt. Obwohl ihr Leben geprägt ist durch Armut und oft auch Aussichtslosigkeit und Verzweiflung, kommen viele bewusst nach Deutschland, um der Sexarbeit nachzugehen, weil sie hier vergleichsweise mehr verdienen.

Sie werden hier auch nicht kriminalisiert, wie in Bulgarien und Rumänien. Das bedeutet vor allem, dass sie hier weniger Polizeigewalt und -schikane erfahren.


Sie vermeiden auch, dass ihre Familie davon erfährt, wie sie ihr Geld verdienen, weil sie Angst haben, verstoßen zu werden - eine Reaktion, die nicht wirklich selten ist.


Übrigens auch bei Familien deutscher Sexarbeiter*innen.

Es ist in letzter Zeit leider im Trend, Verbote von Prostitution als Wunderheilmittel zu glorifizieren, als würde ein solches Verbot gegen alle Ungerechtigkeiten dieser Welt Wunder wirken: Armut, sexuelle Gewalt, Gender Pay Gap, Sexismus, Menschenhandel, Ausbeutung, usw. würden auf einem Schlag verschwinden. Doch eigentlich ist das nur ein Sündenbock für andere gesellschaftliche Probleme. Damit kann man von einer komplexen Debatte über ernste Probleme und strukturelle Lösungen gut ablenken.


Neben Anti-Prostitutionsfeminist*innen sind es oft (aber nicht immer) auch religiös inspirierte Menschen, die Prostitution loswerden wollen. Sie alle wollen „Prostitution abschaffen", indem sie sie verbieten und indem sie gegen die Anerkennung von Prostitution als Arbeit kämpfen.


Aber eine gesellschaftliche Praxis, in der Geld gegen Sex ausgetauscht wird (was ehrlicherweise auch in der Ehe oft der Fall ist), kann man mit Verboten nicht wirklich „abschaffen". Es reicht ein Blick in die USA, wo Prostitution schon immer komplett verboten war oder nach Schweden, wo ein heuchlerisches Halbverbot die Prostitution in einer gefährlichen rechtlichen Grauzone stattfinden lässt, die eine Garantie für Ausbeutung ist.


Doch was würde ein Verbot ändern? Würde ein Prostitutionsverbot wirklich sexuelle Ausbeutung von Kindern verhindern? Würde ein Prostitutionsverbot die Armut in anderen Ländern lindern? Würde ein solches Verbot bessere Jobs und bessere Bezahlung für Frauen schaffen? Würde ein Prostitutionsverbot Armutsprostitution verhindern? Nein.


Ein Prostitutionsverbot würde lediglich dazu beitragen, dass der Staat durch Strafen an der Prostitution mitverdient; es würde die Unterteilung von Frauen in gute und schlechte Frauen, in Hure und Heilige aufrechterhalten und damit die Diskriminierung und Ausgrenzung der „schlechten Huren" legitimieren; das wiederum legitimiert Gewalt gegen Sexarbeiter*innen - auch durch die Polizei.


Wo Prostitution verboten ist, hat die Bestrafung von Kunden und Prostituierten höhere Priorität, als die Bestrafung von Gewalt gegen Sexarbeiterinnen, inkl. Vergewaltigung und Mord. Kein Wunder, dass Gewalt nicht mehr angezeigt wird und de facto straflos bleibt. Kein Wunder, dass es gerade in den USA immer wieder Serienmörder von Prostituierten gibt, weil sie wissen: Die Polizei interessiert sich sowieso nicht für „Huren".


Weil es so viele Migrant*innen in der Prostitution gibt, soll es ein Verbot geben? Das würde diese Frauen doch erst recht in die ungeschützte Illegalität treiben, wo sie im Zweifel - wie auch in Schweden - selber kriminalisiert und abgeschoben werden. Die Armut im Heimatland und der Wunsch nach einem besseren Leben werden durch ein Verbot natürlich nicht abgeschafft.


Ein Prostitutionsverbot verurteilt Prostitution und somit alle daran beteiligten - auch die Prostituierte. Wer Sexkauf verbieten will, weil angeblich Frauen zur „Ware" gemacht werden, betrachtet Sexarbeiter*innen nicht als vollwertige Menschen mit Rechten - sie seien ja schließlich nur eine „Ware". Und eine Ware, das wissen wir ja vom Supermarkt, spricht nicht, sagt nichts. Sie ist ein Gegenstand.


Zur Enttäuschung der Prostitutionsgegner*innen muss ich leider an die Menschlichkeit von Sexarbeiter*innen erinnern. Sexarbeiter*innen verlieren ihre Menschlichkeit und Menschenwürde nicht, wenn (und weil) sie Sex verkaufen. Sie können sprechen - ja, sogar mit Kunden Preise und Leistungen verhandeln - und sie können sogar politische Forderungen äußern. Sie sind Bürgerinnen und Bürger, wie wir alle auch! Um Mensch zu sein, müssen sie Sexarbeit nicht aufgeben - sie sollten es natürlich dürfen.


In letzter Zeit beschweren sich Prostitutionsgegner*innen immer häufiger, dass Prostituierte gehört werden und dass über sie berichtet wird. Sie werden als „Minderheit" oder „privilegiert" abgestempelt und ihre Ansichten als irrelevant, gar unerwünscht darstellt. Damit wird die jahrtausendalte Exklusion von Prostituierten aus der Gesellschaft unter dem Deckmantel der „Frauenrechte" fortgesetzt.


Anstatt diese „privilegierten" Sexarbeiter*innen zu fragen, wie man denn für alle Prostituierten gute Arbeitsbedingungen schaffen kann, regen sich manche darüber auf, dass sie nicht zur Prostitution gezwungen sind. Dabei frage ich mich: Wie kann man sich über die guten Arbeitsbedingungen anderer Leute aufregen? Sollten wir uns nicht freuen, dass das überhaupt möglich ist?


Die gesellschaftliche Tabuisierung und Stigmatisierung von Prostitution und pseudo-pornographische Gewaltgeschichten über Prostituierte verhindern einen respektvollen Dialog mit Sexarbeiter*innen, Kund*innen und dem Rest der Gesellschaft. Wir reden über sie, nicht mit ihnen. Kein Wunder, dass die meisten von uns nicht wissen, wer aus dem Freundeskreis schon mal Sex gekauft oder verkauft hat.


Als Feministin muss ich ein Verbot von Prostitution ablehnen, egal ob es jetzt den Sexkauf, den Sexverkauf oder beides betrifft - Verbot ist Verbot! Der Tausch von Sex gegen Geld ist nicht per se unmoralisch oder mit Gewalt verbunden.


Prostitution ist auch nicht per se ein Männerrecht gegenüber Frauen, denn schließlich können alle Geschlechter von allen Geschlechtern Sex kaufen, wenn ihn jemand anbietet. Prostitution ist kein Recht auf eine Vergewaltigung, schließlich bedeutet Sexarbeit, dass jede Sexhandlung ausgehandelt und abgesprochen ist. Das ist doch das Gegenteil von Vergewaltigung! Und erlaubt sich mal jemand, wie in der Geschichte von Marie, einer Sexarbeiterin ungewollt den Penis in den Mund zu rammen, ja, dann darf sie in einem Land, wo Prostitution legal ist, Anzeige erstatten, ohne selbst eine Bestrafung zu fürchten.


Ich wünsche auch jeder Person, die mit Sexarbeit anfangen will, eine Einstiegsberatung. Denn, anders als viele glauben, wird dort niemand in die Prostitution gedrängt. Es kann sogar sein, dass man merkt, dass man es doch nicht will oder dass "Prostitution" nicht die Fantasie ist, die man im Kopf hatte.


Vor allem aber lernt man, welche Rechte man hat und wie man sich in diesem sicherlich einzigartigen Job am besten schützt - psychisch und körperlich. Ich habe noch keine Sexarbeiterin getroffen, die der Meinung war, dass das ein einfacher Job sei, der für alle geeignet sei. Aber ich habe viele getroffen, die sich nicht ständig dafür rechtfertigen wollen. Und das ist ihr gutes Recht.


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