Tolles Interview von liebster Kollegin Kristina Marlen zum Thema Sexarbeit und Feminismus, Frauen als Kunden und weiterer spannender Themen

Okt 15 2017

Tolles Interview von liebster Kollegin Kristina Marlen zum Thema Sexarbeit und Feminismus, Frauen als Kunden und weiterer spannender Themen

Ich liebe sie… sie spricht mir aus dem Herzen…

Tantra-Domina, Bondage-Lady und Feministin: Die Berliner Sexarbeiterin Kristina Marlen (Foto: Mirella Frangella)

Toller Potcast mit liebst Kristina Marlen hier:

Kristina Marlen ist Physiotherapeutin, Feministin und Sexarbeiterin. Zu ihren Kunden gehören immer mehr Frauen. Warum diese Frauen Sex kaufen und was sie bei ihr suchen, davon berichtet Kristina Marlen in unserem Interview.

„Sexarbeit ist der Untergang einer selbstbestimmten Frau.“ Mit diesem Credo und einem „PorNo“-Button an der Jacke wuchs Kristina Marlen auf.

Doch für sie sei Sexarbeit Berufung, so Marlen im Deutschlandfunk Kultur: „Ich habe unterschiedliche Sachen studiert, die ich auch alle gut fand, unter anderem Jura. Aber ich habe dann eben festgestellt, dass ich definitiv ein sehr körperlicher Mensch bin.“ Also machte sie eine Ausbildung zur Physiotherapeutin und fing irgendwann an, im Rahmen dieser Tätigkeit auch sexuelle Dienstleistungen anzubieten.

 

Eine wichtige Kundengruppe: Frauen über 50

 

„Ich habe ein sehr breites Angebot, das basiert ein bisschen auf dem tantrischen Berührungsritual“, sagt sie. „Ich arbeite viel mit Berührungen, so für Bewusstwerdung und Wahrnehmung der eigenen sexuellen Energie bis hin zu dominanten Sessions.“

Spezialisiert ist sie auf Bondage: „Das ist einfach was, wo ich Menschen sehr gut in eine Hingabe führen kann, die manchmal so für jemanden nicht so leicht zugänglich ist.“  

Zu ihren Kunden zählen immer mehr Frauen. Diese kämen häufig zu ihr, wenn sie an einem Scheideweg stünden, eine Trennung hinter sich hätten oder die Veränderungen ihrer Sexualität in den Wechseljahre durchlebten: „Und dann kommt oft so ein Impuls: jetzt will ich was wissen. Jetzt ist irgendwie was zu kurz gekommen und jetzt gehe ich auf die Forschungsreise.“

Aber auch „ganz viele Frauen zwischen 20 und 30“ gehörten zu ihren Kundinnen: „Diese jungen Frauen gehen mit einem ganz anderen Selbstverständnis da rein. Also, die begreifen ihre Sexualität als zutiefst zu sich gehörig und haben dann eben auch schon die finanziellen Ressourcen“, sagt Kristina Marlen.

 

Die eigene submissive Seite erleben

 

„Das heißt, die haben irgendwie schon mit, weiß ich nicht, Mitte 20 einen reasonable bürgerlichen Beruf, so was wie Ärztin oder Lehrerin oder sie sind eben schon irgendwo Redakteurin und arbeiten viel. Und dann sagen sie: So, ich will irgendwie wissen, wie bei mir das und das funktioniert. Oder: Ich wollte schon immer gefesselt werden. Oder: ich habe so eine submissive Seite und ich möchte die mal erleben. Und dann gehen die los und suchen mich.“

Nicht alle Frauen, die zu Kristina Marlen kommen, sind speziell an Sex mit einer Frau interessiert. Manche würden sich auch an sie als Frau wenden, um befreit zu sein vom „weiblichen Performancedruck“, der in einem heterosexuellen Kontext „schon ein Thema“ sei, sagt die Sexarbeiterin. „Und es gibt auch Frauen, die definitiv angezogen sind von mir.“ (uko)

weiter hören hier:

 

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